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Regionales Stakeholder-Meeting zu SMARTAUTO in Sachsen-Anhalt

Wie gelingt beim autonomen Fahren der Sprung vom Pilotprojekt in den Alltag? Diese Frage stand im Mittelpunkt des regionalen Stakeholder-Meetings der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) gemeinsam mit der NASA GmbH am 15. April 2026. Begrüßt von Prof. Dr. Andreas Wendemuth und Dr. Leander Kauschke, ordneten die Gastgeber das Treffen in die Netzwerkinitiative Intelligente Mobilität (NIIMO) ein: Ziel ist es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und automatisiertes Fahren gezielt weiterzuentwickeln.

Frische Impulse brachte der Blick über die Landesgrenzen: Karolin Knothe (OVGU) und Friedrich Engelmann (NASA GmbH) berichteten vom zweiten Interregionalen Policy Learning Event (IPLE) in Zalaegerszeg, Ungarn. Dort wurden zwei Leuchttürme fokussiert: Kaposvár plant als ländlicher Busknoten die Erprobung automatisierter, elektrifizierter ÖPNV-Angebote bis hin zu SAE-Level‑4; in Irland will das landesweite Local‑Link/TFI‑Netz in diesem Jahr mit SAE‑Level‑3‑Piloten starten. Der Tenor: Der Wandel ist machbar – wenn Rahmenbedingungen, Finanzierung und Akzeptanz zusammenpassen.

Ganz konkret wurde es im Burgenlandkreis: PVG‑Geschäftsführer Torsten Holm‑Dankert präsentierte neue Linien- und Bedarfsverkehre, eine Buchungs-App und die Planung eines SAE‑Level‑4‑Shuttles im Industriepark Zeitz. Anspruch: Vom Pilot- zum Regelbetrieb – begleitet von Beteiligung und Akzeptanzmaßnahmen.

Den Blick nach vorn richtete Prof. Dr. Hartmut Zadek (OVGU): Modellregionen für automatisiertes Fahren im ÖPNV sind politisch in Vorbereitung – Sachsen-Anhalt hat beste Voraussetzungen, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. Ein skizzierter Zeitplan und ein Umsetzungskonzept zeigen: Mit klarer Strategie kann aus Vision Realität werden.

Im Workshop „Reality Check – Autonomes Fahren im ländlichen Raum“ brachten vier Arbeitsgruppen die Stellhebel auf den Punkt: verlässliche Finanzierung und klare Zuständigkeiten; Qualität durch verkehrsträgerübergreifende Kooperationen, Fachkräfte und simulationsgestützte Planung; Akzeptanz durch reale Erfahrungsräume und Projekte mit greifbarem Mehrwert; Infrastruktur als Gesamtsystem aus Leitstellen, Buchungs- und MaaS‑Lösungen sowie vor Ort präsenten Teams – unterstützt durch smarte Datennutzung.

Fazit: Sachsen-Anhalt ist startklar. Mit koordiniertem Vorgehen, Tests unter realen Bedingungen und sichtbarem Nutzen kann autonome Mobilität vom Experiment zur täglichen Option werden. Nächster Schritt: Die OVGU plant eine Studienreise zu einem Shuttle‑Pilotprojekt, um Technikstand, Anforderungen und Erfolgsfaktoren unmittelbar erlebbar zu machen.