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Die Gesichter hinter NIIMO: Karolin Knothe

Sie begleiten an der OVGU verschiedene Projekte rund um intelligente und nachhaltige Mobilität, unter anderem SMARTAUTO und IMIQ. Woran arbeiten Sie aktuell besonders intensiv?
Aktuell arbeiten wir besonders intensiv an der Sichtbarkeit der Projekte. In beiden Vorhaben entwickeln wir Mobilitätslösungen für die Menschen – dafür brauchen wir den direkten Austausch mit ihnen: Was wird wirklich gebraucht? Welche Angebote sind sinnvoll? Neben Bürgerinnen und Bürgern wollen wir auch Mitarbeitende aus Kommunen, Landkreisen und Verkehrsunternehmen aktiv einbeziehen und ihre Perspektiven hören.
Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Menschen vor Ort überhaupt von den neuen Möglichkeiten erfahren, die wir mit unseren Projekten schaffen und diese ausprobieren können.

Im Rahmen des Interreg-Europe-Projekts SMARTAUTO waren Sie zuletzt beim IPLE-Meeting in Zalaegerszeg in Ungarn. Welche Eindrücke oder Erkenntnisse aus dem internationalen Austausch nehmen Sie für Sachsen-Anhalt mit?
Jedes Land und jede Region in Europa bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Stärken und Herausforderungen mit. Genau deshalb können wir enorm voneinander lernen – jede Region kann etwas geben und gleichzeitig neue Impulse mitnehmen.
Ich schätze den europäischen Austausch sehr, weil er uns neue Perspektiven auf unsere eigenen Herausforderungen eröffnet. Gleichzeitig wird dabei auch deutlich, was in Sachsen-Anhalt bereits heute sehr gut funktioniert.

Mit „IMIQ – Intelligenter Mobilitätsraum im Quartier“ entsteht im Wissenschaftshafen ein Zukunftsquartier für neue Mobilitätslösungen. Was macht das Projekt aus Ihrer Sicht besonders spannend?
Besonders spannend an IMIQ ist für mich, dass es nicht mehr nur darum geht, hochautomatisierte Fahrzeuge einmal erlebbar zu machen – das gab es in Ansätzen bereits, auch hier in Magdeburg.
Mit IMIQ wollen wir den Weg dafür ebnen, solche Lösungen langfristig in unseren Alltag und unsere Mobilität zu integrieren. Dabei geht es nicht nur um die Fahrzeuge selbst, sondern auch um digitale Dienstleistungen rund um die Fortbewegung.
So können künftig personalisierte Mobilitätsangebote entstehen, die sich flexibel an die Bedürfnisse der Menschen anpassen.

Gerade bei Themen wie autonomem Fahren oder intelligenten Mobilitätsangeboten spielen viele unterschiedliche Akteure zusammen. Wie wichtig ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kommunen, Verkehrsunternehmen und Politik?
Intelligente Mobilität ist immer Teamarbeit. Keine einzelne Institution kann solche Lösungen allein entwickeln, einführen und dauerhaft betreiben. Wissenschaft bringt neue Ideen und Technologien ein, Kommunen schaffen die Rahmenbedingungen vor Ort, Verkehrsunternehmen sorgen für den praktischen Betrieb und die Politik gibt den notwendigen strategischen und regulatorischen Rückhalt. Erst wenn all diese Perspektiven zusammenkommen, entstehen Lösungen, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch im Alltag der Menschen ankommen.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Wie könnte intelligente Mobilität den Alltag der Menschen in Sachsen-Anhalt in einigen Jahren konkret verändern?
Viele Dinge, über die wir uns heute noch Gedanken machen, z. B. Stau, Parkplatzsuche, verspätete Busse oder schlechtes Wetter auf dem Fahrrad, werden in Zukunft kein Thema mehr sein.
KI-gestützte Systeme helfen dabei, situationsabhängig das passende Verkehrsmittel zu wählen. Wenn kein geeignetes ÖPNV-Angebot verfügbar ist, könnte beispielsweise ein autonomes Shuttle direkt vor die Haustür kommen. Und wenn Regen angekündigt ist, werden frühzeitig passende Alternativen vorgeschlagen.
Mobilität wird dadurch viel einfacher planbar. Menschen können ihre Zeit und Energie dann weniger für Verkehrsorganisation und mehr für die Dinge nutzen, die ihnen wirklich wichtig sind.