Die Gesichter hinter NIIMO: Sebastian Schmermbeck
Herr Schmermbeck, Sie verantworten den Bereich Information und Technik bei der NASA GmbH, was begeistert Sie an dieser Aufgabe?
Ich bin begeistert davon, dass ich gemeinsam mit meinem Team dazu beitragen kann, einen attraktiven und verlässlichen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt anbieten zu können und dass wir dafür für unsere Fahrgäste auch immer in die Zukunft schauen und an vielfältigen technischen Lösungen arbeiten.
Was ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung bei der Digitalisierung im Verkehrsbereich?
Digitalisierung bedingt die Auseinandersetzung damit, dass davon mehr oder weniger alle Bereiche des Verkehrs betroffen sind und durchdrungen werden und die damit verbundenen Umwandlungsprozesse laufend Veränderungen mit sich bringen. Hierdurch steigt die Komplexität auf allen Ebenen und die Frage nach der Beherrschbarkeit von Systemen stellt sich zunehmend. Größte Herausforderung ist vor diesem Hintergrund für mich die Sicherstellung der finanziellen und personellen Leistungsfähigkeit derjenigen Institutionen, Organisationen und Unternehmen, die für die Planung, die Ausgestaltung und den Betrieb des Nahverkehrs zuständig sind.
Warum wurde NIIMO ins Leben gerufen? Welchen Beitrag kann und soll die Initiative für Sachsen-Anhalt leisten?
Die NASA GmbH hat die Aufgabe, gemeinsam mit ihren Partnern den Nahverkehr in Sachsen-Anhalt weiterzuentwickeln. Hier bedarf es wiederkehrend der Kooperation mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Wir wollten dieser Zusammenarbeit mit der OVGU eine Form geben, die es uns erleichtert, gemeinsam Projekte zu entwickeln und durchzuführen und auch ein Netzwerk mit weiteren potenziellen Partnern aufzubauen. Vor diesem Hintergrund sind wir vor mehreren Jahren eine Kooperation mit der OVGU eingegangen. Ein zentrales Ziel ist es, gemeinsam europäische und nationale Forschungsinitiativen dafür zu nutzen, Mittel zu akquirieren, um damit Projekte und Vorhaben in Sachsen-Anhalt umzusetzen, die der konkreten Verbesserung des Nahverkehrs dienen. Dabei spielt die Mobilität im ländlichen Raum eine besondere Rolle.
Welche technologische Entwicklung wird den ÖPNV in den nächsten fünf Jahren am stärksten verändern?
Aus Sicht der Verkehrsunternehmen dürfte die stärkste Veränderung darin liegen, dass sie ihre Flotten auf alternative Antriebe umstellen werden. Dies ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstrecken wird und viele Bereiche des Unternehmens betrifft. Auf der Angebotsseite könnte es gelingen, zumindest in Teilräumen die automatisierten und vernetzten Verkehre auf der Straße so fortzuentwickeln, dass sie konventionelle Angebote auf Dauer ablösen werden. Sobald dies stabil funktionieren würde, könnte das Angebot außerhalb stark nachgefragter Linienverkehre vom Grundsatz her flächendeckend auf automatisiertes und vernetztes Fahren umgestellt werden.
Wenn Sie sich eine Sache wünschen könnten für NIIMO, welche wäre das?
Ich würde mir wünschen, dass es uns gelingt, die Marke NIIMO als Label für erfolgreiche und nachhaltige Projekte im Bereich von Mobilität und Verkehr innerhalb und außerhalb des Landes Sachsen-Anhalt zu etablieren.